Roadtrip, Baby – 4 Tage in Katalonien, an der Costa Brava und auf den Spuren von Salvador Dalí

Roadtrip Katalonien Costa Brava (1 von 3)

Als wir letzten Sommer nach Barcelona kamen, stand ein Roadtrip schon fest im Programm. Der Mietwagen war gebucht und nach der ersten Nacht in Barcelona sollte es losgehen. In Richtung Valencia. Vielleicht sogar bis Madrid.

So der Plan. Bis zu unserem ersten Gespräch im Hostel über unsere Reisepläne. Im Brustton der Überzeugung berichteten wir von dem geplanten Roadtrip in Richtung Valencia, nur, um eine Sekunde später zu hören zu bekommen, dass sich das eigentlich nicht lohnen würde. Valencia sei wie Barcelona nur kleiner und die Strecke bis dorthin nicht besonders reizvoll. Wenn wir etwas anderes sehen wollen, sollten wir die Küste entlang nach Norden fahren. Cadaqués sei ein Traum.

Und da Pläne nun mal dazu da sind, über den Haufen geworfen zu werden, nahmen wir uns am Abend bei einer Portion Tapas die Straßenkarte vor und beschlossen bei unseren Trip an der Costa Brava auf jeden Fall auch einen Abstecher nach Figueres, ins Dalí-Museum zu machen. Nachdem ich im Februar in Paris schon eine Ausstellung von ihm gesehen habe, wollte ich unbedingt mehr sehen.

Tag 1 – Der schönste Strand nördlich von Barcelona

Mit dem Meer zu unserer Rechten verlassen wir am nächsten Vormittag die Stadt, um uns schon 30km später in Vilassar de Mar bei einem späten Frühstück mit Kaffee und Gebäck zu stärken.

Einen der schönsten Strände, ein Geheimtipp aus dem Hostel, entdecken wir in Sant Pol de Mar. Breit, ruhig und nicht überlaufen. Hier kann man es gut aushalten.

Aber uns zieht es bald weiter. Im Auto schmettern wir mit zu den (peinlichen) Hits unserer Jugend, wir picknicken am Strand von Blanes, ein paar Meter weiter übergibt sich ein kleines Mädchen im hohen Bogen. Idylle pur.

Unzählige Fotostopps am Rande der Küstenstraße später (ja, das Meer, die raue Küste, die Boote und das Meer, die raue Küste….) stranden wir in Sant Feliu de Guíxols, einer kleinen katalanischen Hafenstadt. Das (fensterlose Mini-)Zimmer ist schnell gefunden und der Abend in den Altstadtgassen mit seinen vielen kleinen Geschäften und Bars herrlich gemütlich. Life is good!

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Tag 2 – Rendezvous mit Salvador Dalí

Wir sind kurz davor, noch einen Tag länger zu bleiben, aber nach dem zweiten Café con Leche in der Morgensonne hören wir Herrn Salvador Dalí in Figueres nach uns rufen.

Die Strecke ist in einer guten Stunde geschafft und das Teatre-Museu Dalí in Figueres nicht zu übersehen. Genauso wenig wie die ewig lange Schlange. Uff, damit haben wir nicht gerechnet. Ich will gerade schon meine Hoffnungen begraben, als wir plötzlich mit Trick 17 fast an der Kasse stehen.

Im Museum großes Staunen, Stirnrunzeln und Begeisterung. Ein paar Monate zuvor war ich schon einer Dalí-Ausstellung in Paris und war schon damals ziemlich begeistert. Aber es war kein Vergleich zu dem, was wir hier zu sehen bekommen. Bleistiftzeichnungen, Gemälde, Installationen, Skulpturen und ein Gespür für den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn auf dem Salvador Dalí gewandelt sein muss. Fasziniert traten wir nach 3 Stunden zurück ins Sonnenlicht. Wow! Über den Mann will ich noch mehr erfahren und es wanderte sofort eine Biografie auf meine Leseliste.

Wie es der Zufall will, liegt der frühere Wohnort ebenfalls auf unserem Weg. Nur ein paar Kilometer von dem inzwischen schon mehrfach empfohlenen Cadaqués, unserem Ziel für die nächste Nacht, entfernt. Damit ist schon klar, womit wir den nächsten Tag beginnen würden. Die Ankunft in Cadaqués ist etwas holprig und die Suche nach einem Zimmer, Wochenende sei Dank, nicht ganz einfach, aber letztlich erfolgreich. Der Sundowner am Hafen dieser kleinen Stadt entschädigte für die “Strapazen”. Fast will man sagen, dass das es schön hier ist. Doch was stört, sind die Unmengen an Touristen. Aber gut, es ist August und Hauptferienzeit in Europa, deshalb drücke ich ein Auge zu und genieße den Ausblick auf den Hafen.

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Tag 3 – Zu Besuch in Port Lligat

Der Weg von Cadaqués zum Haus von Salvador Dalí in Port Lligat ist nicht weit, deshalb lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg zu der kleinen Bucht. Wider Erwarten sind wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Wieder wäre es besser gewesen, vorher Eintrittskarten zu bestellen. Aber manchmal hat man eben mehr Glück als Verstand und wir bekommen trotzdem Eintrittskarten ins Wohnhaus. Das Anwesen ist sehr verwinkelt, was an der Tatsache liegt, dass es aus ehemaligen 7 Fischerhütten besteht, die die Dalís nach und nach gekauft haben. Wir sind fasziniert vom Ausblick von der Terrasse auf die Bucht, bestaunen das Atelier des Künstlers und schütteln den Kopf als wir den Spiegel in seinem Schlafzimmer sehen, der dafür sorgte sollte, dass Salvador Dalí der erste Spanier war, der die Morgensonne sehen konnte. Von seinem Bett aus. Überall auf dem Anwesen finden wir, wie auch auf dem Dach im Museum in Figueres, riesige Eier. Im Garten, auf einer weiteren Terrasse und am Pool möchte man fast behaupten, auf dem Anwesen eines Messis zu sein, so viele Dinge wurden hier zu “Objekten” verarbeitet. Einmal mehr macht sich große Faszination und Neugier auf diese exzentrische Persönlichkeit breit und lässt uns auch nicht los als wir schon längst wieder im Auto sitzen.

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Mit etwas Angstschweiß auf der Stirn holpern wir die schmale Straße zum Cap de Creus hinauf, dem östlichsten Punkt Spaniens. Am Strand von Roses lassen wir uns eine vorzügliche Paella schmecken und landen am Abend, entgegen unserer Pläne, nicht in Frankreich sondern in Llançà. Wir ergattern ein Hotel mit Balkon und Meerblick und plaudern uns dort bei Sangria und Tapas in den letzten Sonnenuntergang bevor es nach Barcelona zurückgeht.

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Tag 4 – Lovely Girona

Wehmütig steuern wir am nächsten Tag unser letztes Ziel der Reise an: Girona. Was für ein schönes, entspanntes Städtchen mit vielen kleinen Gassen zum Shoppen und Bummeln. Besonders in Erinnerung ist mir aber nicht die schöne Altstadt oder die Kathedrale Santa Maria. Nein, nie vergessen werden wir wohl den Milchkaffee den wir dort bestellt haben. Der will uns nämlich so gar nicht schmecken. Ist die Espressomaschine kaputt oder liegt’s an einer falschen Bohne im Kaffee? Nach ewigem Rätselraten und einem Blick auf das Kleingedruckte in der Karte kommen wir drauf: Es liegt tatsächlich an der falschen Bohne. Nämlich der Sojabohne in der “Milch”. Wir sind versehentlich in einem veganen Café gelandet und nun um die Erkenntnis reicher, dass Kaffee mit Sojamilch nicht unser Ding ist.

Einen richtigen Café con leche später sind wir mit der Stadt wieder versöhnt und machen uns auf den Weg zurück nach Barcelona. Denn nun wollen wir endlich die Stadt entdecken.

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Unsere Route in Kurzfassung:

Barcelona – Vilassar de Mar – Sant Pol de Mar – Blanes – Sant Feliu de Guíxols – Figueres – Cadaqués – Cap de Creus – Roses – Llançà – Girona – Barcelona

Fazit:

Die Planänderung hat sich mehr als gelohnt. Wir sind in den 4 Tagen zwar nur ca. 500km gefahren, aber haben eine Menge gesehen. Und wer Salvador Dalí mag, für den ist diese Strecke fast ein Muss.

…Valencia werde ich mir trotzdem irgendwann noch ansehen. ;)

Was waren eure Roadtrip-Highlights in Spanien?

4 comments » Write a comment

  1. sehr schöner Bericht,die Gegend zwischen Sant Pere Pescador und Cadaques kennen wir sehr gut,deshalb haben wir uns sehr über diesen Bericht gefreut

  2. Hach, das hört sich herrlich an!
    Ich hätte mich sogar über die Sojamilch gefreut, da ich ja eine Unverträglichkeit habe… ;-)

    Über Ostern geht es für mich auch endlich nach Barcelona, ich bin schon so gespannt!!!

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Vielleicht ist es ja tatsächlich nur eine Gewöhnungssache mit der Sojamilch. Wenn’s nicht anders ginge, würde ich noch bestimmt auch dran gewöhnen. Denn ohne Kaffee geht’s halt nicht. ;)

      Barcelona ist eine großartige Stadt. Dort wird’s dir bestimmt gefallen. Ich würde in diesem Jahr am liebsten auch noch mal hin.

      Liebe Grüße
      Ulli

  3. Pingback: Help! Wer hat Tipps für einen Roadtrip in Spanien oder Frankreich? | fernauslöserin

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