in fremden Küchen: Schlutzkrapfen

Ich war kaum 2 Stunden in Innsbruck und schon war ich verliebt. Es passierte in der Ottoburg, dem urigen Restaurant in einem der ältesten Gebäude der Stadt.

Mmh, er duftete himmlisch und war ziemlich heiß, der Schlutzkrapfen. Wie kann aus so einfachen Zutaten nur so ein Traum entstehen?

Was Schlutzkrapfen überhaupt sind? Nun, ich würde sie als Ravioli auf Tirolerisch bezeichnen. Klassisch sind sie mit einer Spinat-Kartoffel-Füllung gefüllt. Sie werden mit brauner Butter übergossen und mit reichlich Parmesan und Schnittlauchröllchen betreut serviert. Mir läuft jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen.

Die Schlutzkrapfen sind wohl auch ein Grund, weshalb ein Kochbuch in Österreich als Souvenir in meine Tasche wanderte. Vor ein paar Wochen probierte ich es dann selbst. Erst war ich skeptisch, schließlich ich hatte noch nie einen Nudelteig selbst gemacht, aber letztendlich war das Rezept recht einfach. Die Zutaten sind simpel, nur mit der Zubereitungszeit hatte ich mich ein bisschen verschätzt. Das Rezept ist zwar nicht besonders aufwendig, braucht aber doch seine Zeit. Das machte das Fotografieren etwas umständlich und ich griff letztendlich zum Handy. Wiederum mit mäßigem Erfolg, weil es draußen immer dunkler wurde. Aber ich lerne dazu. Die nächste Kochaktion wird besser geplant.

Aber genug Geplänkel, hier das Rezept:

Zutaten:

Für den Nudelteig:
125g Roggenmehl
125g Pastamehl
1 TL Salz
75-100ml Wasser
1 Ei
2 EL Pflanzenöl
Mehl

Für die Füllung:
2 EL Butter
200g Blattspinat (blanchiert, gut ausgedrückt, klein geschnitten)
1 kleine Zwiebel (klein geschnitten)
1/2 Knoblauchzehe (klein geschnitten)
Salz, Pfeffer
eine Prise Muskatnuss
2 EL Quark
2 Pellkartoffeln (geschält, mit der Gabel zerdrückt)
4 EL geriebener Parmesan (oder Bergkäse)
4 EL braune Butter
Schnittlauchröllchen

  • Die Zutaten für den Nudelteig zu einem geschmeidigen Teil verkneten. Falls der Teig zu zäh wird, einfach etwas Wasser dazugeben. Den Teig gut kneten, zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dafür die Butter zerlassen, bis sie braun wird und anfängt nussig zu duften. Spinat, Zwiebel und Knoblauch durch darin andünsten, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen. Vom Herd nehmen. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, den Quark und die Pellkartoffeln unterrühren.

Rezept Schlutzkrapfen-2 Rezept Schlutzkrapfen-3 Rezept Schlutzkrapfen-4

  • Den Nudelteil dünn ausrollen. Am besten mit der Nudelmaschine. Aber es geht auch mit dem Nudelholz gut. Wichtig ist dann aber eine bemehlte Arbeitsfläche.
  • Mit einem Ausstecher oder Glas Kreise mit ca. 8cm Durchmesser ausstechen, die Ränder mit Wasser bestreichen und die Füllung mit einem kleinen Löffel in die Mitte geben.

Rezept Schlutzkrapfen-5 Rezept Schlutzkrapfen-10 Rezept Schlutzkrapfen-7

  • Nun die Kreise zusammenklappen, die Ränder festdrücken und die Schlutzkrapfen in kochendes Wasser legen.
  • Ca. 10min bei kleiner Flamme ziehen lassen, dann abtropfen und anrichten.
  • Mit brauner Butter beträufeln, dem Käse und den Schnittlauchröllchen bestreuen.
  • Sich beim ersten Bissen in die Schlutzkrapfen verlieben.

Rezept Schlutzkrapfen-9

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Das Rezept habe ich übrigens aus dem großartigen (und wunderschönen) Kochbuch “Österreich vegetarisch”* von Katharina Seiser und Meinrad Neunkirchner.

Rezept Schlutzkrapfen

*Amazon Affiliate Link

flattr this!

2 comments » Write a comment

  1. Haha :) Bei meiner Tirol Reise letztes Jahr hatten es mir die Schlutzkrapfen auch ziemlich schnell angetan. Ich habe mir dann auch umgehend dieses Rezept besorgt http://mrsberry.de/12081/rezept-kurbis-schlutzkrapfen-mit-blutenbutter-kernol-parmesan-eine-gaumenfreude-aus-tirol/ , habe es aber leider noch nicht wieder gemacht.
    Du bist ja nun aber gerade in bester Schlutzkrapfen-Form, da komme ich doch gern mal zum Essen vorbei ;-)

    Liebe Grüße
    Christina

Leave a Reply

Required fields are marked *.


You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>