Olso und ich – Heimatgefühle und Fluchtinstinkt

Ich gebe zu, als ich in Oslo ankam, war ich nicht gerade in der Stimmung für eine Städtereise. Ich hatte mich monatelang darauf gefreut, aber dann waren die letzten Wochen zuhause so stressig, dass mir selbst der gediegene Großstadttrubel in München zu viel war. Geschweige denn, dass ich große Lust hatte, nun noch 2 Tage lang eine neue Stadt zu erkunden. Das kenne ich gar nicht von mir. Normalerweise liebe ich Städtereisen. Dieses Mal allerdings freute ich mich schon mit dem Anlegen der Fähre vor allem auf eines: Die Stadt in zwei Tagen wieder verlassen zu können und mit dem Auto gemütlich nach Bergen zu fahren.

Aber was soll’s. Ich war nun einmal da und wollte etwas sehen. Ohne Stress und ohne Druck. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das klappen würde, denn wie ich erst auf der Fähre erfahren hatte, war am nächsten Tag der 200. Nationalfeiertag Norwegens, der ausgiebig gefeiert werden würde.

Also ließ ich es am nächsten Morgen ruhig angehen, schlief aus und frühstückte ausgiebig. Mein Hotel lag nur ein paar hundert Meter vom Schlosspark entfernt und damit war ich, kaum dass ich die Straße betreten hatte, mittendrin im Geschehen. Von überall strömten Menschen in Trachten in Richtung Schlosspark. Schade, dass ich gerade nicht in der Stimmung dafür war, mich in das Getümmel zu stürzen. Die ganze Stadt schien auf den Beinen zu sein und in Feierlaune. Beim Anblick der Trachten, Musik, guter Laune und diesem Traditionsbewusstsein bekam ich etwas Herzklopfen. Read more →

Günstig übernachten in Oslo? Mein Tipp: das Smarthotel Oslo

Wie das Leben so spielt. Da macht man Reisepläne für Oslo und plötzlich genau an dem Wochenende der 200. Nationalfeiertag. Ich hatte mich schon auf eine längere Suche nach einer halbwegs bezahlbaren Unterkunft gefasst gemacht, denn wie immer war ich mit der Buchung schon recht spät dran. Aber manchmal hat man mehr Glück als Verstand und ich stolperte über das ”Smarthotel Oslo”. Ein Budget-Hotel, das mir zwei Übernachtungen im Einzelzimmer für 129 Euro versprach. Deal!

Lage

Wie sich während meines Aufenthalts herausstellt, wäre es der perfekte Ausgangsort für einen Besuch bei der Parade am norwegischen Nationalfeiertag gewesen, denn es liegt nur ca. ein paar Gehminuten vom “Slottplatten”, also dem königlischen Schloss entfernt. Aber auch obwohl es mich nicht zu den Feierlichkeiten gezogen hat, war die zentrale Lage des Hotels für mich ideal.

Zimmer

Wie war denn das Zimmer? Nun, es war ziemlich klein, aber sehr sauber und zweckmäßig ausgestattet, die Einrichtung neu und modern. Für mich definitiv ausreichend für ein paar Tage auf Städtereise. Mein Ausblick führte in den “Innenhof”, d.h. auf eine Wand. Aber da diese Wand einem Graffiti verziert war, hat mich das nicht gestört. Im Gegenteil, durch die Innenhoflage, war das Zimmer angenehm ruhig. W-Lan im Zimmer war inklusive, und war auch noch schnell und stabil.

Smart Hotel Oslo, Norwegen

Frühstück

Das Frühstück war im Zimmerpreis nicht enthalten, kann aber am Terminal für 95 NOK (= ca. 11,70€) dazu gebucht werden. In Anbetracht der Preise in Oslo ist das kein schlechter Deal. Ich habe das Frühstücksbuffet einmal ausprobiert und war zufrieden. Die Auswahl ist nicht üppig, aber ausreichend und abwechslungsreich. Es gibt sogar Soja-Produkte und ein Waffeleisen.

Fazit

Wer keine Unmengen an Platz braucht und nach einem Hotelzimmer mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis sucht, kann ich das „Smarthotel Oslo“* für einen Städtetrip nach Oslo auf jeden Fall empfehlen.

 

Mehr zu meiner Reise durch Norwegen findest du hier:

Eine Seefahrt, die ist lustig… Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo
to be continued….

Eine Seefahrt, die ist lustig… Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo

Hätte man mich vor ein paar Monaten gefragt, wie man am besten von München nach Norwegen kommt, hätte ich spontan geantwortet: Na, mit dem Flugzeug. Und ja, das ist sicher der schnellste Weg. (Nun ja, nicht immer, aber das ist eine andere Geschichte.) Aber wenn man etwas mehr Zeit im Gepäck hat und vielleicht sogar einen Roadtrip durch Norwegen plant, bietet sich auch eine Fährüberfahrt von Kopenhagen nach Oslo an. Ich habe es letztens ausprobiert und bin mit DFDS auf der “Crown Seaways” von Kopenhagen nach Oslo gefahren. Klar, nach Kopenhagen muss man dafür auch erst mal kommen, aber ich denke es gibt Schlimmeres als beim Reisen noch eine zusätzliche Stadt kennenzulernen, wenn auch in meinem Fall nur kurz. ;-)

Die Anreise ab dem Flughafen Kopenhagen ist einfach und unkompliziet. Ich bin mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof gefahren und von dort zu Fuß durch die Stadt bis zur Busstation Nyhavn gelaufen. Der Weg ist mit Trolley zwar etwas holprig, aber es ist ganz nett, ein wenig durch die Stadt zu laufen. Von Nyhavn fährt ein kostenloser DSDF-Shuttle direkt bis zum Fährterminal.

Der Check-in im Fährterminal ist kurz und schmerzlos. Mit Buchungsnummer und Personalausweis komme ich zu seiner Bordkarte und muss nur noch aufs Boarding warten. Die Schlange sieht recht beachtlich aus, immerhin passen ca. 2000 Passagiere an Bord. Trotzdem geht das Boarden zügig und ehe ich mich versehe, stehe ich schon im Bauch der “Crown”. Nun schnell nach dem richten Deck gesucht und dann ist die Kabine auch schnell gefunden.

Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo (1 von 13)

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Nur 48 Stunden in… Heidelberg

Bevor in der nächsten Zeit hier über dem Blog die norwegische Flagge weht, nehme ich euch mit auf einen Wochenendtrip in heimische Gefilde, genauer gesagt nach Heidelberg.

Dort habe ich etwas gemacht, was ich noch nie gemacht habe. Ich bin nämlich zusammen mit meinem Bruder gereist. Nur wir beide und es war herrlich. Mancher mag sich fragen, was daran so besonders gewesen sein soll, aber wenn man seit über 13 Jahren zwischen 200km und 700km von einander entfernt wohnt, sind solche Gelegenheiten abseits von Familienfeiern sehr spärlich gesät.

Deshalb freuten wir uns auf ein entspanntes Geschwister-Wochenende in Heidelberg. Gehört hatte ich von der Stadt schon einiges und fuhr erwartungsvoll mit der Bahn von München nach Heidelberg. Pläne hatten wir keine, deshalb ließen wir uns einfach treiben. Von unserem Hotel aus war es nur ein Katzensprung bis in die Altstadt und dort hielten wir uns quasi die ganze Zeit auf. Hier fanden wir alles, was wir brauchten. Schmale Gassen, wunderschöne alte Häuser, Kneipen, das Heidelberger Schloss mit einem herrlichen Park, die 1,6km lange Hauptstraße, in der man herrlich shoppen kann… Ursprünglich hatten wir geplant, uns ein paar Fahrräder auszuleihen, aber da alles dich beieinander lag, eroberten wir die Stadt per Pedes.

Aber genug der Worte. Ich nehme euch jetzt mit auf einen Spaziergang durch ein sonniges Frühlings-Wochenende in Heidelberg.

das Heidelberger Schloss

Der Karlsplatz mit dem Heidelberger Schloss. Die imposante Ruine ist das Wahrzeichen der Stadt.

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Sunday Travel Pic: Lunch with a view in Norwegen

Heute gibt’s mal wieder ein Reisefoto von mir und zwar ein ganz frisches. Ich bin gerade mit dem Auto in Norwegen unterwegs, genauer gesagt, ich fahre in drei Tagen von Oslo nach Bergen. Das Mittagessen gab’s heute bei Postkartenwetter in einer Postkartenlandschaft.

Fjord in Norwegen

Auf dem Teller übrigens die Empfehlung des Tages: Moose – nicht Mousse, wie ich ursprünglich verstanden hatte. Aber klar, ich bin ja in Skandinavien. Auf jeden Fall war’s sehr lecker, also: Elchtest bestanden!

Und hier gibt den Elch mit Ausblick:
Gulsvik Brygge
Hallingporten
3539 Flå

Unverhofft kommt oft. Ein perfektes Wochenende am Chiemsee.

Der Chef macht Druck wegen dem Monatsbericht. Das Email-Postfach quillt über. Alle zwei Minuten steht ein andere Kollege im Büro. Das Telefon klingelt sich munter durch den Tag. Die To-Do-Liste wird länger und länger. Nach Feierabend taumelst du nur erschöpft nach Hause und fällst dort sofort aufs Sofa. Wer kennt solche Phasen nicht.

Doch wenn du Glück hast, fragt dich genau in so einen Moment ein lieber Mensch, ob du nicht Lust auf ein Wellness-Wochenende hast. Genauso ist es mir Ende März passiert. Und hatte ich Lust darauf? Na, und ob! (Ihr auch? Dann springt schnell auf, ich nehme euch mit auf Insta-Tour durch das Wochenende.)

Ein paar Tage später fahren Janett und ich im Taxi durch die oberbayrische Nacht in Richtung Gut Ising am Chiemsee. Hans, sozusagen der Haus- und Hof-Taxifahrer des Hotels unterhält uns prächtig unterhalten. Er erzählt Taxi-Geschichten, wir von unseren Plänen fürs Wochenende. Ich will ein bisschen mit dem Rad um den See fahren, aber das scheint hier kein ungefährliches Unterfangen zu sein. Manche Radfahrer lassen sich offenbar so sehr von der traumhaften Kulisse ablenken, dass sie letztendlich mit kaputtem Fahrrad im Taxi oder auch mal mit einer gebrochenen Schulter im Krankenhaus landen. Oha.

Bevor ich den Gedanken, die Fahrradtour zu verwerfen, zu Ende denken konnte, fahren wir im Gut Ising ein. In unser Zimmer bin ich sofort verliebt. Wir naschen noch ein bisschen von der Brotzeitplatte und dann fallen wir nur noch ins Bett. Fast kann ich nicht schlafen, weil es so herrlich ruhig ist. Das sind meine Großstadt-Ohren nicht mehr gewöhnt, aber sie nutzen die Gelegenheit, um mich über Nacht in den Entspannungsmodus zu versetzen.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (1 von 13)

Entgegen der ursprünglichen Wettervorhersage von 10 Grad und Regen, erwarten uns am morgen schon 15 Grad, Sonnenschein und das erste Frühstück draußen. Mit Blick über das weitläufige Gelände und auf die Berge. Hach! <3 Manchmal ist es gar nicht so schlimm, wenn sich Petrus mal im Wetter täuscht.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (2 von 13)

Nach einem kurzen Spaziergang über das schöne, weitläufige Gelände, vorbei an den Pferdeställen und dem 9-Loch-Golfplatz schnappe ich mir mein Fahrrad aus dem Fahrradstadl und mache mich auf den Weg in Richtung Chiemsee. Hans meinte, dass man (gut trainiert) in 4 Stunden eine Runde um den See schafft. Es reizt mich, die knapp 60 Kilometer um den Chiemsee zu radeln, aber leider fehlt mir die Zeit. Stattdessen radle ich gemütlich ein paar Kilometer in Richtung Seebruck.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (3 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (4 von 13)

Weit komme ich allerdings nicht, denn kaum, dass ich den Chiemsee-Uferweg erreicht habe, muss ich eine Pause machen. Die Bank in der kleine Bucht, der Ausblick auf den See und die Berge sind einfach zu verlockend. Hätte ich ein Buch und ein kleines Picknick dabei gehabt, hätten mich für die nächsten Stunden keine zehn Pferde mehr dort weggebracht.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (5 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (6 von 13)

Aber ich habe ja “nur” einen Drahtesel und der will bewegt werden. Irgendwann kann ich mich loseisen und fahre weiter, aber fast nie mehr als ein paar hundert Meter am Stück. Der Ausblick ist einfach zu schön. Ich fange an zu verstehen, warum dieser Radweg ein gewisses Unfallpotential birgt. Meinen Plan, Seebruck an diesem Tag noch zu erreichen, verwerfe ich bald, denn ich höre eine Wiese am Chiemsee-Ufer nach mir rufen. Ich sinke ins Gras und lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen. Unglaublich, wie schön es hier ist. Ich bin jetzt schon tiefenentspannt, dabei habe ich die Hot-Stone-Massage ja noch vor mir. Also Zeit für den Heimweg und den Besuch im SPA. Ich bin gespannt, was mich erwartet.  Ich lasse mich auf die warme, weiche Liege sinken und Angelina, meine Therapeutin, lässt mich mit einer leichten Massage als Begrüßungsritual ankommen. Schon nach ein paar Minuten schwebe ich wie auf Wolken. Ich genieße wie die ziemlich heißen Lavasteine über meine Haut gleiten, sich dabei leicht abkühlen und die Stellen, auf denen sie liegen bleiben, wohlig durchwärmen. Erst am Bauch, später am Rücken, entlang der Wirbelsäule. Tiefenentspannung pur!

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (8 von 13)

Nach der Behandlung bin ich so entspannt, dass ich sogar den Weg zum Pool nicht mehr finde, um Janett dort abzuholen. Zum Glück finden wir uns trotzdem und schlendern zum Chiemsee, um den Sonnenuntergang dort nicht zu verpassen. Ja, die Kulisse ist kitschig. Aber manchmal ist kitschig eben genau richtig.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (9 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (10 von 13)

Nach diesem anstrengenden Tag haben wir uns eine Stärkung redlich verdient. Im Gasthaus “Zum Goldenen Pflug” macht Haubenkoch Rüdiger Linke mit einem herrlichen Rindersteak und einer knackig-sahnigen Crème Brûlée meine Geschmacksknopsen glücklich und zufrieden. Ein schöner Ausklang für einen ziemlich perfekten Tag.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (12 von 13)

Am nächsten Morgen heißt es leider schon wieder Koffer packen. Aber bevor es wieder nach Hause geht, bleiben noch ein paar Stunden. Ein paar Stunden, um nach dem Frühstück am Pool zu liegen. Im Freien. Im Bikini. Im März. In Deutschland. Danke Petrus!

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (13 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (7 von 13)

…und danke an das Gut Ising für dieser tolle Wochenende. Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Entspannung in 2 Tage passt.

P.S. Ob Janett das Wochenende genauso toll fand, könnt ihr hier nachlesen: Ein Wochenende auf Gut Ising. 

P.P.S. Dies ist mein Beitrag zum #IGTravelThursday. Mehr Infos dazu findet ihr bei Morgenmuffelin Mela, Sonne & Wolke Jana und Travelita Anita.

Disclaimer: Zu dieser Reise wurde ich vom Gut Ising eingeladen. Vielen Dank dafür!

Per Instagram durch Deutschland reisen

Eigentlich bin ich schon auf dem Sprung und sitze schon halb im Auto. Aber bevor ich mich auf knapp 800km Weg quer durch die Republik mache, will ich hier wenigstens noch ein kleines Lebenszeichen hinterlassen.

Und da heute TravelThursday ist, nehme ich euch per Instagram auf eine kleinen Reise kreuz und quer durch Deutschland. Los geht’s:

Heidelberg

Ganz frisch vom letzten Wochenende: das Heidelberger Schloss.

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Koblenz und Rheinland-Pfalz

Letzten Herbst war ich auf der “Goethe” unterwegs auf dem Rhein.

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Chiemsee

Eine traumhafte Kulisse bei traumhaften Wetter gab es Ende März beim Wellness-Wochenende am Chiemsee. Hach, schee war’s.

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Weimar

Letztes Jahr hat es mich mal wieder nach Weimar verschlagen. Ich mag die Stadt richtig gern.

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Hamburg

…meine Perle. Und fast ein Stück Heimat. Seitdem ich nicht mehr dort wohne, muss ich wenigstens einmal im Jahr hin.

Merke: Kanu fahren auf der Alster ist großartig und der Ausblick aus der Elbphilharmonie könnte auch schlechter sein.

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Brandenburg

Brandenburg ist schön und super geeignet für lange Radtouren oder zum Surfen.

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Leipzig

Heimatstadt. Inzwischen fremd und doch vertraut. Auf jeden Fall die Stadt mit dem schönsten Bahnhof Deutschlands. Punkt.

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München

Ich höre mich noch vor vielen Jahren sagen und denken: Nach München würde ich niiiiemals ziehen. Nie! Tja, vor 5 Jahren hat mich das Schicksal (ok, der Job) doch hierhin verschlagen und ich habe das erste Mal richtige Heimatgefühle. Minga, i mog di!

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Mehr Instagrams gibt’s in meinem Feed, schaut doch mal vorbei: https://instagram.com/fernausloeserin

Die deutschsprachigen Host des TravelThursday sind übrigens:

Schaut doch einfach mal dort vorbei. Fernweh garantiert.

In diesem Sinne lasst es euch gut gehen und genießt die Ostertage. :)

 

Themenmonat April: Deutschland – Warum in die Ferne schweifen?

Tagwolke Deutschland

Kaum hat der März angefangen, stecken wir auch schon mitten im April und ziehen in den nächsten Themenmonat weiter. Nach Österreich und Spanien bleiben wir diesen Monat in der Heimat, denn hier kann’s ja auch richtig schön sein. Ich mag den Frühling in Deutschland und die vielen ersten Male des Jahres. Der erste Kaffee auf dem Balkon, das erste Mal ohne Jacke nach draußen, die erste Mittagspause in der Sonne, der erste Biergartenbesuch, frisches Grün auf den Wiesen und blühende Bäume. Ich mag diese Zeit, in der alles neu erwacht und sich entwickelt. In diesem Jahr ganz besonders.

Diesen Monat wir werden zusammen durch Hamburg schlendern, zur Weinprobe nach Rheinland-Pfalz fahren, uns am Chiemsee entspannen, Heidelberg erkunden und hoffentlich noch einiges mehr. Ich freu mich drauf. :)

Wo in Deutschland gefällt es euch am besten?

Spanien auf dem Teller mit easy peasy Tapas

Rezept Tapas easy peasy

Huch, hat der März nicht eben erst angefangen? Wo sind denn die letzten drei Wochen hin? Aber auch wenn es ruhig war, untätig war ich nicht. Die Reiseplanung für dieses Jahr läuft auf vollen Touren und schon am Wochenende geht’s los. Entspannung am Chiemsee bei bestem Frühlingswetter mit der Teilzeitreisenden Janett. Das wird fein. :)

Fast drei Monate ohne richtige Reisen. Einerseits ging es nicht anders, andererseits war es nur schwer auszuhalten. Das Einzige, was halbwegs gegen mein Fernweh hilft sind Reisefotos und (noch viel besser) Urlaubsessen. Letzteres habe ich letzte Woche probiert und mir ratz-fatz einen super-leckeren Tapas-Teller, mit Tortilla, Speck-Pflaumen, Chorizo und Oliven gezaubert. Dazu ein Gläschen Rotwein und Spanien tanzt auf deiner Zunge. Dass ich Tapas liebe, habe ich ja schon das eine oder andere Mal erwähnt. Meine Kombination ist zwar nicht ganz so ausgefallen, aber trotzdem zum Reinsetzen gut.

Man nehme (für 2 -3 Personen)

250g geschälte Kartoffeln, in ca. 1cm dicken Scheiben
2 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel, in dünne Streifen geschnitten
2 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
1 TL glatte Petersilie, gehackt
3 Eier
8 Backpflaumen
4-8 Streifen Bacon
Chorizo (spanische Salami)
Oliven nach Geschmack (ich liebe die mit Mandeln gefüllten)
Baguette

Rezept Tapas Chorizo und Oliven

Und so geht’s:

  • Die Kartoffelscheiben in einer Topf aufkochen, 5 Minuten kochen lassen, abgießen und beiseite stellen
  • Das Öl in einer tiefen (beschichteten) Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin ca. 5 Minuten glasig dünsten.
  • Dann die Kartoffeln und die Petersilie dazugeben, umrühren und nochmal 5  Minuten garen.
  • Die Kartoffelmasse in die Pfanne drücken.
  • Die Eier mit ca. je einem halben Teelöffel Salz und frisch gemahlenem Pfeffer verquirlen und gleichmäßig über den Kartoffeln verteilen.
  • Die Pfanne abdecken, die Hitze ein wenig reduzieren und ca. 20 Minuten garen (oder bis die Eier gestockt sind). Danach in Stücke schneiden.
  • Während die Tortilla in der Pfanne stockt, können die restlichen Tapas vorbereitet werden.
  • die Backpflaumen je nach Geschmack mit einer halben oder ganzen Scheibe Bacon umwickeln und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze von allen Seiten braten.
  • Die Chorizo in Scheiben schneiden, wer mag, auch ein bisschen anbraten. Ich mochte.
  • Alles zusammen mit den Oliven und ein paar Baguettescheiben anrichten.

Rezept Tapas Backpflaumen im Speckmantel

Rezept Tapas Tortilla

Hach, ich krieg schon wieder Hunger. Das Rezept für die Tortilla ist übrigens das allererste Rezept im (englischsprachigen) Kochbuch “World Kitchen SPAIN”*. Darin gibt’s noch so viele andere leckere Gerichte, die ich unbedingt noch ausprobieren muss. Vielleicht gibt’s ja dann bald ein “Tapas reloaded”. Hättet ihr Lust darauf?

P.S. Die Tortilla ist auch kalt total lecker.
P.P.S. So ein Tapas-Teller eignet sich auch hervorragend als “Tatort-Knabberei”. :)

*Amazon-Affiliate Link.

Roadtrip, Baby – 4 Tage in Katalonien, an der Costa Brava und auf den Spuren von Salvador Dalí

Roadtrip Katalonien Costa Brava (1 von 3)

Als wir letzten Sommer nach Barcelona kamen, stand ein Roadtrip schon fest im Programm. Der Mietwagen war gebucht und nach der ersten Nacht in Barcelona sollte es losgehen. In Richtung Valencia. Vielleicht sogar bis Madrid.

So der Plan. Bis zu unserem ersten Gespräch im Hostel über unsere Reisepläne. Im Brustton der Überzeugung berichteten wir von dem geplanten Roadtrip in Richtung Valencia, nur, um eine Sekunde später zu hören zu bekommen, dass sich das eigentlich nicht lohnen würde. Valencia sei wie Barcelona nur kleiner und die Strecke bis dorthin nicht besonders reizvoll. Wenn wir etwas anderes sehen wollen, sollten wir die Küste entlang nach Norden fahren. Cadaqués sei ein Traum.

Und da Pläne nun mal dazu da sind, über den Haufen geworfen zu werden, nahmen wir uns am Abend bei einer Portion Tapas die Straßenkarte vor und beschlossen bei unseren Trip an der Costa Brava auf jeden Fall auch einen Abstecher nach Figueres, ins Dalí-Museum zu machen. Nachdem ich im Februar in Paris schon eine Ausstellung von ihm gesehen habe, wollte ich unbedingt mehr sehen.

Tag 1 – Der schönste Strand nördlich von Barcelona

Mit dem Meer zu unserer Rechten verlassen wir am nächsten Vormittag die Stadt, um uns schon 30km später in Vilassar de Mar bei einem späten Frühstück mit Kaffee und Gebäck zu stärken.

Einen der schönsten Strände, ein Geheimtipp aus dem Hostel, entdecken wir in Sant Pol de Mar. Breit, ruhig und nicht überlaufen. Hier kann man es gut aushalten.

Aber uns zieht es bald weiter. Im Auto schmettern wir mit zu den (peinlichen) Hits unserer Jugend, wir picknicken am Strand von Blanes, ein paar Meter weiter übergibt sich ein kleines Mädchen im hohen Bogen. Idylle pur.

Unzählige Fotostopps am Rande der Küstenstraße später (ja, das Meer, die raue Küste, die Boote und das Meer, die raue Küste….) stranden wir in Sant Feliu de Guíxols, einer kleinen katalanischen Hafenstadt. Das (fensterlose Mini-)Zimmer ist schnell gefunden und der Abend in den Altstadtgassen mit seinen vielen kleinen Geschäften und Bars herrlich gemütlich. Life is good!

Roadtrip Katalonien Costa Brava (1 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (2 von 11)

Tag 2 – Rendezvous mit Salvador Dalí

Wir sind kurz davor, noch einen Tag länger zu bleiben, aber nach dem zweiten Café con Leche in der Morgensonne hören wir Herrn Salvador Dalí in Figueres nach uns rufen.

Die Strecke ist in einer guten Stunde geschafft und das Teatre-Museu Dalí in Figueres nicht zu übersehen. Genauso wenig wie die ewig lange Schlange. Uff, damit haben wir nicht gerechnet. Ich will gerade schon meine Hoffnungen begraben, als wir plötzlich mit Trick 17 fast an der Kasse stehen.

Im Museum großes Staunen, Stirnrunzeln und Begeisterung. Ein paar Monate zuvor war ich schon einer Dalí-Ausstellung in Paris und war schon damals ziemlich begeistert. Aber es war kein Vergleich zu dem, was wir hier zu sehen bekommen. Bleistiftzeichnungen, Gemälde, Installationen, Skulpturen und ein Gespür für den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn auf dem Salvador Dalí gewandelt sein muss. Fasziniert traten wir nach 3 Stunden zurück ins Sonnenlicht. Wow! Über den Mann will ich noch mehr erfahren und es wanderte sofort eine Biografie auf meine Leseliste.

Wie es der Zufall will, liegt der frühere Wohnort ebenfalls auf unserem Weg. Nur ein paar Kilometer von dem inzwischen schon mehrfach empfohlenen Cadaqués, unserem Ziel für die nächste Nacht, entfernt. Damit ist schon klar, womit wir den nächsten Tag beginnen würden. Die Ankunft in Cadaqués ist etwas holprig und die Suche nach einem Zimmer, Wochenende sei Dank, nicht ganz einfach, aber letztlich erfolgreich. Der Sundowner am Hafen dieser kleinen Stadt entschädigte für die “Strapazen”. Fast will man sagen, dass das es schön hier ist. Doch was stört, sind die Unmengen an Touristen. Aber gut, es ist August und Hauptferienzeit in Europa, deshalb drücke ich ein Auge zu und genieße den Ausblick auf den Hafen.

Roadtrip Katalonien Costa Brava (3 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (4 von 11)
Tag 3 – Zu Besuch in Port Lligat

Der Weg von Cadaqués zum Haus von Salvador Dalí in Port Lligat ist nicht weit, deshalb lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg zu der kleinen Bucht. Wider Erwarten sind wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Wieder wäre es besser gewesen, vorher Eintrittskarten zu bestellen. Aber manchmal hat man eben mehr Glück als Verstand und wir bekommen trotzdem Eintrittskarten ins Wohnhaus. Das Anwesen ist sehr verwinkelt, was an der Tatsache liegt, dass es aus ehemaligen 7 Fischerhütten besteht, die die Dalís nach und nach gekauft haben. Wir sind fasziniert vom Ausblick von der Terrasse auf die Bucht, bestaunen das Atelier des Künstlers und schütteln den Kopf als wir den Spiegel in seinem Schlafzimmer sehen, der dafür sorgte sollte, dass Salvador Dalí der erste Spanier war, der die Morgensonne sehen konnte. Von seinem Bett aus. Überall auf dem Anwesen finden wir, wie auch auf dem Dach im Museum in Figueres, riesige Eier. Im Garten, auf einer weiteren Terrasse und am Pool möchte man fast behaupten, auf dem Anwesen eines Messis zu sein, so viele Dinge wurden hier zu “Objekten” verarbeitet. Einmal mehr macht sich große Faszination und Neugier auf diese exzentrische Persönlichkeit breit und lässt uns auch nicht los als wir schon längst wieder im Auto sitzen.

Roadtrip Katalonien Costa Brava (5 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (6 von 11)

Mit etwas Angstschweiß auf der Stirn holpern wir die schmale Straße zum Cap de Creus hinauf, dem östlichsten Punkt Spaniens. Am Strand von Roses lassen wir uns eine vorzügliche Paella schmecken und landen am Abend, entgegen unserer Pläne, nicht in Frankreich sondern in Llançà. Wir ergattern ein Hotel mit Balkon und Meerblick und plaudern uns dort bei Sangria und Tapas in den letzten Sonnenuntergang bevor es nach Barcelona zurückgeht.

Roadtrip Katalonien Costa Brava (3 von 3)

Roadtrip Katalonien Costa Brava (8 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (9 von 11)

Tag 4 – Lovely Girona

Wehmütig steuern wir am nächsten Tag unser letztes Ziel der Reise an: Girona. Was für ein schönes, entspanntes Städtchen mit vielen kleinen Gassen zum Shoppen und Bummeln. Besonders in Erinnerung ist mir aber nicht die schöne Altstadt oder die Kathedrale Santa Maria. Nein, nie vergessen werden wir wohl den Milchkaffee den wir dort bestellt haben. Der will uns nämlich so gar nicht schmecken. Ist die Espressomaschine kaputt oder liegt’s an einer falschen Bohne im Kaffee? Nach ewigem Rätselraten und einem Blick auf das Kleingedruckte in der Karte kommen wir drauf: Es liegt tatsächlich an der falschen Bohne. Nämlich der Sojabohne in der “Milch”. Wir sind versehentlich in einem veganen Café gelandet und nun um die Erkenntnis reicher, dass Kaffee mit Sojamilch nicht unser Ding ist.

Einen richtigen Café con leche später sind wir mit der Stadt wieder versöhnt und machen uns auf den Weg zurück nach Barcelona. Denn nun wollen wir endlich die Stadt entdecken.

Roadtrip Katalonien Costa Brava (10 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (11 von 11)

Unsere Route in Kurzfassung:

Barcelona – Vilassar de Mar – Sant Pol de Mar – Blanes – Sant Feliu de Guíxols – Figueres – Cadaqués – Cap de Creus – Roses – Llançà – Girona – Barcelona

Fazit:

Die Planänderung hat sich mehr als gelohnt. Wir sind in den 4 Tagen zwar nur ca. 500km gefahren, aber haben eine Menge gesehen. Und wer Salvador Dalí mag, für den ist diese Strecke fast ein Muss.

…Valencia werde ich mir trotzdem irgendwann noch ansehen. ;)

Was waren eure Roadtrip-Highlights in Spanien?

Huch, war nicht eben noch Anfang Februar? Wo sind denn schon wieder die letzten 4 Wochen hin? Da hatte ich mir für meinen Themenmonat Österreich so viel vorgenommen und so wenig geschafft. Na ja, das heißt, ich habe noch Entwicklungspotential für den nächsten Monate und vielleicht werde ich auch noch den einen oder anderen kleinen Österreich-Artikel nachschieben.

Jetzt geht’s erst einmal mit voller Kraft in den März und da heißt es: Viva España. Olé!

Themenmonat Spanien-2

Nur 48 Stunden in… Innsbruck

Innsbruck-19

Dass ich Städtereisen liebe, ist nichts Neues, aber reichen 48 Stunden, um eine Stadt zu entdecken? Normalerweise bin ich der Typ Mensch, der sich lieber 3, 4 oder 5 Tage in einer Stadt aufhält, um sie richtig zu erkunden und auf den Geschmack zu kommen. Meistens brauche ich ungefähr einen Tag, um mich mit einer neuen Stadt einzugrooven. Aber ich habe das Experiment “nur 48 Stunden” in Innsbruck gewagt und bin doch erstaunt, was alles in diese beiden Tage gepasst hat.

Dabei hatte ich sogar mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen, denn mein Hotel, das ADLERS Hotel machte mir nicht gerade einfach, mein Zimmer zu verlassen. Als ich am Donnerstagabend ankam, konnte ich die schicke Einrichtung des Zimmers bewundern. Aber ich ahnte schon, dass der Ausblick aus dem riesigen Panoramafenster im 11. Stock mich am nächsten Morgen aus den Socken hauen würde. Ich täuschte mich nicht. Sogar ich alter Langschläfer werde morgens früh wach und sah im Dämmern vom Bett aus auf die Nordkette. Was für ein An- und Ausblick. Ich kann mich gar nicht satt sehen, eine gute Stunde später stehe ich schweren Herzens auf und gehe zum Frühstück. Auch hier kann ich den Blick kaum von den schneebedeckten Bergen lösen. Ob ich dieses Hotel vor Sonntag überhaupt verlassen werden? Irgendwann am späten Vormittag setze ich tatsächlich den ersten Schritt auf die Straßen Innsbrucks.

Innsbruck-2  Innsbruck-12

Ein paar Dinge möchte ich mir gern ansehen, aber vor allem will ich schauen, ob ich irgendetwas in Innsbruck wieder erkennen werde. Schließlich war ich vor *hust* 23 Jahren im zarten Alter von 10 Jahren schon einmal hier. Damals  für einen Tag, mit meinen Großeltern. Doch die Erinnerungen sind blass. Ich habe das Goldene Dachl vor meinem inneren Auge und die Skischanze am Bergisel. Vor dem Goldenen Dachl stehe ich tatsächlich schon bald wieder als ich meinen Weg vom Vorabend noch einmal gehe. Ich bummle durch die Altstadt bis zur Ottoburg, wo ich am Abend zuvor diese verdammt leckeren Schlutzkrapfen gegessen hatte. Und schon stehe ich an der Innbrücke. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und grünlich schlängelt sich der Inn durch die Stadt inmitten dieser herrlichen Bergkulisse. Ja, es ist ein bisschen kitschig, aber auf die schöne Weise. Vor der Reise hatte ich mich noch gefragt, ob sich die große Nähe zu den Bergen wohl bedrückend anfühlen würde, doch ganz im Gegenteil. Irgendwie fühlt es sich sogar beruhigend an, den Blick immer wieder auf den Bergen ruhen lassen zu können. Während ich meinen Gedanken nachhänge, schwebt ein Flugzeug langsam über der Stadt herein. In dem Moment bin ich fast ein bisschen traurig, dass die Anreise aus München so kurz und unproblematisch ist. Der Anflug auf die Stadt muss spektakulär sein.

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Aber ich tröste mich, dass ich heute auch noch hoch hinaus kommen werden. Nicht so hoch wie ein Flugzeug, aber immerhin so um die 2000 Meter. Aber vorher drehe ich noch eine Runde über den Weihnachtsmarkt, besuche eine Fotoausstellung mit wunderbaren Schwarz-Weiß-Aufnahmen des finnischen Fotografen Pentti Sammallahti in der Galerie FO.KU.S im Stadtforum und gehe im Audioversum den Geheimnissen des menschlichen Gehörs auf den Grund. Die Zeit vergeht wie im Flug. Nun muss ich mich aber beeilen, damit ich es noch rechtzeitig zur Nordkettenbahn schaffe. Mit der Standseilbahn geht es hinauf zur Station “Hungerburg”. Hier oben wartet ein kleiner Weihnachtsmarkt auf mich, wo ich mir den ersten Kiachl meines Lebens und einen Punsch mit Aussicht auf die Stadt genehmige. Das Leben ist schön. (Kiachl sind übrigens frittierte Hefefladen, wahlweise mit Marmelade oder Sauerkraut. Mir hat’s mit Sauerkraut saugut geschmeckt.)

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Frisch gestärkt geht’s mit der Seilbahn weiter hinauf, bis zur Seegrube. Hach, ich hätte den Stopp auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Rückweg einlegen sollen. Für die letzte Etappe, die Fahrt zur Bergstation “Hafelekar” reicht es leider nicht mehr. Aber auf der Seegrube ist es auch schön. Die Sonne geht hinter den Bergen unter und ich sehe die Lichter der Stadt immer heller leuchten. Die perfekte Gelegenheit, mich mal wieder ein bisschen ab der Langzeitbelichtung versuchen. Mit meinen eiskalten Händchen nicht ganz einfach, aber auch nicht unmöglich. Irgendwann wird’s mir dann aber doch zu zapfig und ich mache mich auf den Weg in Richtung Talstation. Durchgefroren bleibe ich auf dem Weg zum Hotel im “Café Central” hängen und probiere den Kaiserschmarren. (Meinen mag ich immer noch lieber.)

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Die netten kleinen Geschäfte schließen leider schon recht früh, so dass ich beschließe, den Abend ruhig angehen zu lassen und den Wellnessbereich im Hotel zu testen. Immerhin ist er fast neben meiner Zimmertür. In der Sauna, aus der man selbstverständlich auch den Ausblick genießen kann, wäre mich wieder auf und hole mir die nötige Bettschwere.

Mein zweiter Tag beginnt quasi wie der erste. Allerdings bleibe ich dieses Mal “nur” eine halbe Stunde im Bett liegen. Für heute steht der Bergisel auf dem Programm. Aber vorher will ich noch den Stadtturm erklimmen. Der Weg in die Innenstadt ist heute ein wenig beschwerlicher, denn einige Busladungen Touristen scheinen unterwegs zu sein. Zum Glück will sich kaum jemand die Mühe machen, die zig Stufen auf den Turm zu klettern. Der Aufstieg lohnt sich. Denn neben Ruhe gibt es wieder einen herrlichen Ausblick über Stadt und Berge. Ich kann mich einfach nicht satt sehen daran und am liebsten würde ich hier oben bleiben, um dem Getümmel zu entgehen. Aber kaum bin ich unten entwische ich in eine der Altstadtgassen, kaufe in einem urigen Schnapsladen noch einen leckeren Birnenbrand und mache mich auf den Weg zum Bergisel. Unterwegs komme ich an vielen schnuckeligen Läden vorbei und ich wünschte, ich hätte genug Platz im Gepäck, um ein bisschen Shoppen zu können.

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Gemütlich gehe ich den Berg hinauf und mache auf einer Bank rast, auf der ich denselben Ausblick habe wie 1991. Zehn Minuten später bin ich dann auch schon an der Bergiselschanze, wo jedes Jahr das 3. Springen der Vierschanzentournee ausgetragen wird. Der Wiedererkennungswert geht gegen null, denn die Schanze wurde 2002/03 neu gebaut. Der Neubau gefällt mir richtig gut. Ach ja, und die Aussicht von oben… Ohne Worte. <3

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Tja, und mit dem Rückweg vom Bergisel ist meine Zeit in Innsbruck quasi vorbei. Ich spaziere gemütlich über die Marie-Theresien-Straße und ein letztes mal durch die Altstadt zurück zum Hotel und ziehe meinen Koffer wehmütig gen Bahnhof. Innsbruck, es war mir ein Vergnügen und ich komme ganz bestimmt mal wieder. Denn in 2 statt 4 Tagen wird man von einer Stadt richtig guten Stadt nicht satt, aber holt sich ordentlich Appetit auf mehr. Beim nächsten Mal komme ich aber mit leerem Koffer, um ausgiebig in den bezaubernden kleinen Lädchen zu stöbern.

Viele Erinnerungen an meine frühere Innsbruck-Reise sind leider nicht wach geworden. Aber wozu gibt es alte Fotos und eine Oma, die alle Geschichten dazu erzählt? :)

Blick vom Bergisel über Innsbruck und zur Nordkette Innsbruck-23 Innsbruck

Disclaimer: Zu dieser Reise wurde ich eingeladen von Tirol Werbung. Vielen Dank dafür!

in fremden Küchen: Schlutzkrapfen

Ich war kaum 2 Stunden in Innsbruck und schon war ich verliebt. Es passierte in der Ottoburg, dem urigen Restaurant in einem der ältesten Gebäude der Stadt.

Mmh, er duftete himmlisch und war ziemlich heiß, der Schlutzkrapfen. Wie kann aus so einfachen Zutaten nur so ein Traum entstehen?

Was Schlutzkrapfen überhaupt sind? Nun, ich würde sie als Ravioli auf Tirolerisch bezeichnen. Klassisch sind sie mit einer Spinat-Kartoffel-Füllung gefüllt. Sie werden mit brauner Butter übergossen und mit reichlich Parmesan und Schnittlauchröllchen betreut serviert. Mir läuft jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen.

Die Schlutzkrapfen sind wohl auch ein Grund, weshalb ein Kochbuch in Österreich als Souvenir in meine Tasche wanderte. Vor ein paar Wochen probierte ich es dann selbst. Erst war ich skeptisch, schließlich ich hatte noch nie einen Nudelteig selbst gemacht, aber letztendlich war das Rezept recht einfach. Die Zutaten sind simpel, nur mit der Zubereitungszeit hatte ich mich ein bisschen verschätzt. Das Rezept ist zwar nicht besonders aufwendig, braucht aber doch seine Zeit. Das machte das Fotografieren etwas umständlich und ich griff letztendlich zum Handy. Wiederum mit mäßigem Erfolg, weil es draußen immer dunkler wurde. Aber ich lerne dazu. Die nächste Kochaktion wird besser geplant.

Aber genug Geplänkel, hier das Rezept:

Zutaten:

Für den Nudelteig:
125g Roggenmehl
125g Pastamehl
1 TL Salz
75-100ml Wasser
1 Ei
2 EL Pflanzenöl
Mehl

Für die Füllung:
2 EL Butter
200g Blattspinat (blanchiert, gut ausgedrückt, klein geschnitten)
1 kleine Zwiebel (klein geschnitten)
1/2 Knoblauchzehe (klein geschnitten)
Salz, Pfeffer
eine Prise Muskatnuss
2 EL Quark
2 Pellkartoffeln (geschält, mit der Gabel zerdrückt)
4 EL geriebener Parmesan (oder Bergkäse)
4 EL braune Butter
Schnittlauchröllchen

  • Die Zutaten für den Nudelteig zu einem geschmeidigen Teil verkneten. Falls der Teig zu zäh wird, einfach etwas Wasser dazugeben. Den Teig gut kneten, zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dafür die Butter zerlassen, bis sie braun wird und anfängt nussig zu duften. Spinat, Zwiebel und Knoblauch durch darin andünsten, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen. Vom Herd nehmen. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, den Quark und die Pellkartoffeln unterrühren.

Rezept Schlutzkrapfen-2 Rezept Schlutzkrapfen-3 Rezept Schlutzkrapfen-4

  • Den Nudelteil dünn ausrollen. Am besten mit der Nudelmaschine. Aber es geht auch mit dem Nudelholz gut. Wichtig ist dann aber eine bemehlte Arbeitsfläche.
  • Mit einem Ausstecher oder Glas Kreise mit ca. 8cm Durchmesser ausstechen, die Ränder mit Wasser bestreichen und die Füllung mit einem kleinen Löffel in die Mitte geben.

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  • Nun die Kreise zusammenklappen, die Ränder festdrücken und die Schlutzkrapfen in kochendes Wasser legen.
  • Ca. 10min bei kleiner Flamme ziehen lassen, dann abtropfen und anrichten.
  • Mit brauner Butter beträufeln, dem Käse und den Schnittlauchröllchen bestreuen.
  • Sich beim ersten Bissen in die Schlutzkrapfen verlieben.

Rezept Schlutzkrapfen-9

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Das Rezept habe ich übrigens aus dem großartigen (und wunderschönen) Kochbuch “Österreich vegetarisch”* von Katharina Seiser und Meinrad Neunkirchner.

Rezept Schlutzkrapfen

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