Entpannung par excellence im Reiter’s Posthotel Achenkirch

Reiter's Posthotel Achenkirch-4

Ich gebe zu: Work-Life-Balance kann ich noch nicht so gut. Ich bin zwar immer hochmotiviert keinen Stress aufkommen zu lassen, aber kaum passe ich einen Moment nicht richtig auf, drehe ich hektisch im Hamsterrad meine Runden. Und irgendwann falle ich nach Feierabend nur noch matt aufs Sofa. Zu viele Projekte, zu viele Termine, zu viele Überstunden und wo ist bloß die „Pause“-Taste?

Dabei ist es so einfach, von der Überholspur auf den Standstreifen zu wechseln, dass es mich jedes Mal aufs Neue überrascht. Dieses Mal am Achensee im Reiter’s Posthotel Achenkirch. Mein Stresspegel bei der Abfahrt in München hätte höher nicht sein können. Murphys Gesetz hat wieder voll zugeschlagen und kurzfristig landete noch ein Termin am späten Nachmittag im meinem Kalender. Weit nach 20Uhr kann ich die Bürotür endlich hinter mir abschließen und mich – mit einem Bärenhunger – auf den Weg machen. Auch wenn es von München aus nur knapp 90km waren, muss ich mit mindestens 1,5 Stunden Fahrt rechnen.

Also Durchatmen, Navi anstellen, Playlist auswählen, losfahren. Endlich wieder mit dem Auto unterwegs. Schon nach wenigen Minuten entspanne ich mich etwas. Ich fahre allein im Auto, höre meine Norwegen-Playlist und fahre in einen wunderschönen Sonnenuntergang ins Voralpenland. Mit der Musik im Ohr, den Bergen und dem Tegernseer an meiner Seite werden die Erinnerungen an meinen Roadtrip Norwegen wach. Hach, war das schön damals und wie schön ist es im Hier und Jetzt.

Sonnenuntergang auf dem Weg nach Tirol.

Trotzdem sitzt mir der Tag noch in den Knochen und ich bin so froh, als ich endlich die österreichische Grenze und kurz darauf mein Ziel erreiche. Schon von der Rezeption aus kann ich mein Bett nach mir rufen hören. Aber noch muss es sich noch gedulden. Denn erst werde ich noch mit einer fantastischen Brotzeit verwöhnt. In Gedanken schmiede ich schon Pläne für den nächsten Tag. Ausschlafen, ausgiebig frühstücken, eine Massage genießen und dann zum Achensee fahren, vielleicht mit der Seilbahn auf den Berg fahren und die Aussicht genießen, vielleicht ein bisschen wandern. Ja, genauso würde ich es machen.

Brotzeit-Liebe

Am Morgen wache ich mit demselben Geräusch auf, mit dem ich schon eingeschlafen war: absoluter Stille. In solchen Momenten wird mir immer erst bewusst, wie laut das Leben sonst ist und wie gut mir diese vollkommene Ruhe tut. Und genau die will ich an den kommenden eineinhalb Tagen in vollen Zügen genießen. Ich schlendere zum Frühstück und sauge die urige Heimeligkeit des Hauses in mich auf. Spätestens beim Frühstück und dem Anblick der riesigen Obstauswahl ist es um mich geschehen. Ich will am liebsten sofort hier einziehen.

Aber statt „einziehen“, folgt aufs Frühstück „ausziehen“, für meine Tuina-Massage – eine Massage nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Da mein Hausarzt auch auf die Methoden der TCM setzt und ich schon Erfahrungen mit Akupunktur und TCM-Tees habe, will ich die dazugehörige Massagetechnik unbedingt ausprobieren. Ich legte mich gespannt auf die Liege und Dr. Hu Ji, die Fachärztin für TCM lege los. Ganz anders als bei einer klassischen Massage konzentriert sie sich auf die Meridiane und Akupunkturpunkte. Mit schnellen Bewegungen streicht, drückt und klopft sie über mein Haut und auf meinen Kopf, um den Energiefluss anzuregen. Auf dem Bauch liegend, auf dem Rücken und im Sitzen. Manchmal muss ich schmunzeln, weil die Berührungen und Bewegungen so ungewohnt sind, aber die meiste Zeit ist mein Kopf wie in Watte gepackt. Leider ist die Stunde viel zu schnell vorbei.

Reiter's Posthotel Achenkirch-5   Ommm...

Eigentlich wollte ich ja nach der Behandlung die Gegend zu erkunden, mir vielleicht ein Fahrrad auszuleihen und zum Achensee fahren. Eigentlich… Während ich im Ruheraum an meinem Tee nippe, verordne ich mir stattdessen ein Bad in der Sonne und im Solebecken und eine Erkundungstour durch den Saunabereich. Ich liebe es, in die Sauna zu gehen. Also nutze ich die Gunst der Stunde und lasse es mir im normalen Sauna-Bereich und dem noch etwas exklusiveren “Verborgenen Tempel” gut gehen. Es gibt noch nichts Entspannenderes als wie im Trance zwischen Sauna, eiskalter Dusche und Ruhebereich hin und her zu schweben. Warum vergesse ich das nur immer wieder? Und ehe ich mich versehe, ist es Zeit fürs Abendessen mit hervorragendem Vorspeisenbuffet, delikatem Hauptgang und einem grandiosen Dessertbuffet. Himmlisch. Kurze Zeit später falle ich völlig zufrieden ins Bett.

Der nächste Tag ist schon Abreisetag und ein Blick aus dem Fenster verrät, dass der Achensee und ich an diesem Wochenende wohl nicht richtig zueinander finden werden. Das Wetter vom Vortag hat sich nicht gehalten, es war grau und nass. Doch die Aussicht dadurch noch ein paar Stunden in der Saunawelt verbringen zu können, macht das Wetter mehr als erträglich.

Blockhaussauna

Leider hatte auch diese schöne Zeit irgendwann ein Ende und schweren Herzens musste ich mein Gepäck ins Auto laden und mich verabschieden. Und schon nach zwei Tagen hier kann ich sie verstehen, die vielen Stammgäste, die schon seit über 30 Jahren hier Urlaub machen. Nach ein paar Tagen fährt man wunschlos glücklich und tiefenentspannt zurück nach Hause. So auch ich. Für dieses Gefühl kommt man doch gerne wieder zurück.

P.S. Das Posthotel hat übrigens auch eine eigene App mit allen Informationen, die man als Gast braucht. Großartig!!

Dislaimer: Zu diesem Aufenthalt wurde ich vom Reiter’s Posthotel Achenkirch eingeladen. Vielen Dank dafür. 

P.P.S. Einen kurzen Abstecher zum Achensee hab ich auf dem Heimweg dann doch gemacht. ;)

Achensee

Wieder da

Da passt man einmal nicht auf, geht kurz in den Urlaub und – schwupps – sind 4 Wochen Urlaub und zwei Arbeitswochen um. Was mit einer lahmen Internetverbindung am Urlaubsanfang anfing, endete plötzlich in einer 6-wöchigen Social-Media- und Blogpause. Das war so nicht geplant, aber es war herrlich.

Herrliche Wochen ohne permanenten Input und Zeit für all die Dinge, die sonst zu kurz kommen: Zeit für Freunde und Familie, eine ausgewachsene Umräum- und Ausmist-Aktion zuhause, Ausflüge in Thermen und in schwedische Möbelhäuser, Basteln, Lesen, einen Serienmarathon, Zeit zum Nachdenken und neue Pläne.

Jetzt werde ich mich so langsam wieder ins Getümmel stürzen, Kommentare beantworten, vorsichtig Facebook und Twitter öffnen und für Sonntag einen Artikel vorbereiten. Ich freu mich drauf. Genießt den Feiertag und das lange Wochenende! :)

Leuchtturm aus der Jever Werbung

Westerhever Leuchtturm, Nordsee

 

 

Vier Wochen Urlaub und (fast) kein Plan.

Whitsunday Islands, Australia

Ich reise gerne. Ich liebe die Atmosphäre von Bahnhöfen und Flughäfen. Ich probiere mich gern durch fremde Küche und mag es, wenn ich das Sprachengewirr um mich herum nicht verstehe. Trotzdem bin ich gerade etwas reisemüde. Und genau deshalb bin ich so glücklich, dass ich jetzt 4 Wochen Urlaub vor mir habe, die noch recht unverplant sind. Ein grandioses Gefühl. Einerseits würden mir tausend Ziele einfallen, die ich gern bereisen würde. Andererseits habe ich momentan absolut keine Lust auf die Planung und Organisation, auf Entdeckungstouren und Reiseführer. Viel zu reisen, ist großartig, aber ich brauche auch Zeit, um die Eindrücke sacken zu lassen, sonst kommt mein Kopf nicht hinterher. Lieber reise ich etwas weniger und habe etwas länger etwas von den jeweiligen Erlebnissen, als sie schon 2 Wochen später mit neuen Eindrücken zu überdecken.

Und deshalb gönne ich mir jetzt das, wofür die Urlaubszeit auch gedacht ist und was ich schon so lange nicht mehr gemacht habe: Erholung, Entspannung und süßes Nichtstun. Lesen, Freunde treffen und Dinge tun, für die sonst kaum Zeit ist. Mich einfach treiben. Vielleicht besuche ich für ein paar Tage meine Familie, vielleicht schnappe ich mir das Auto und fahre spontan ein paar Tage ins Blaue. Vielleicht mache ich aber auch genau das, was ich im Februar schon machen wollte. Ich schaue mich spontan nach einem Last-Minute-Trip um und buchen einen kurzen Pauschalurlaub. Im Winter hatte ich leider Pech mit dem Timing, sonst hätte ich mich damals schon nach Mallorca oder auf die Kanaren verkrümelt. Einfach an den Strand legen und nichts tun. Das stelle ich mir gerade herrlich vor.

Aber ganz egal, wo ich meinen Urlaub verbringen werde, ich habe genau zwei To-Do’s, an denen ich in Ruhe basteln will:

  1. Mein Herzensprojekt, an dem ich schon seit ein paar Wochen arbeite und das ich noch in diesem Jahr umsetzen will. Ich hoffe, ich kann euch bald mehr davon erzählen.
  2. Den Blog umgestalten. Ich weiß noch nicht genau wie. Auf jeden Fall soll es sich auch wieder mehr um die Fotografie drehen. Die habe ich in letzter Zeit nämlich ziemlich stiefmütterlich behandelt.

Ich freue mich schon wahnsinnig, in Ruhe an diesen beiden Projekten arbeiten zu können. Und das Schöne ist ja, dass ich daran arbeiten kann, wann und wo ich will. Bei meiner Tante im Garten, daheim auf dem Balkon, im Café oder am Strand von Gran Canaria.

Und wie schaut’s bei euch aus? Wie sind eure Pläne für den Rest des Sommers?

Olso und ich – Heimatgefühle und Fluchtinstinkt

Ich gebe zu, als ich in Oslo ankam, war ich nicht gerade in der Stimmung für eine Städtereise. Ich hatte mich monatelang darauf gefreut, aber dann waren die letzten Wochen zuhause so stressig, dass mir selbst der gediegene Großstadttrubel in München zu viel war. Geschweige denn, dass ich große Lust hatte, nun noch 2 Tage lang eine neue Stadt zu erkunden. Das kenne ich gar nicht von mir. Normalerweise liebe ich Städtereisen. Dieses Mal allerdings freute ich mich schon mit dem Anlegen der Fähre vor allem auf eines: Die Stadt in zwei Tagen wieder verlassen zu können und mit dem Auto gemütlich nach Bergen zu fahren.

Aber was soll’s. Ich war nun einmal da und wollte etwas sehen. Ohne Stress und ohne Druck. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das klappen würde, denn wie ich erst auf der Fähre erfahren hatte, war am nächsten Tag der 200. Nationalfeiertag Norwegens, der ausgiebig gefeiert werden würde.

Also ließ ich es am nächsten Morgen ruhig angehen, schlief aus und frühstückte ausgiebig. Mein Hotel lag nur ein paar hundert Meter vom Schlosspark entfernt und damit war ich, kaum dass ich die Straße betreten hatte, mittendrin im Geschehen. Von überall strömten Menschen in Trachten in Richtung Schlosspark. Schade, dass ich gerade nicht in der Stimmung dafür war, mich in das Getümmel zu stürzen. Die ganze Stadt schien auf den Beinen zu sein und in Feierlaune. Beim Anblick der Trachten, Musik, guter Laune und diesem Traditionsbewusstsein bekam ich etwas Herzklopfen. Read more →

Günstig übernachten in Oslo? Mein Tipp: das Smarthotel Oslo

Wie das Leben so spielt. Da macht man Reisepläne für Oslo und plötzlich genau an dem Wochenende der 200. Nationalfeiertag. Ich hatte mich schon auf eine längere Suche nach einer halbwegs bezahlbaren Unterkunft gefasst gemacht, denn wie immer war ich mit der Buchung schon recht spät dran. Aber manchmal hat man mehr Glück als Verstand und ich stolperte über das “Smarthotel Oslo”. Ein Budget-Hotel, das mir zwei Übernachtungen im Einzelzimmer für 129 Euro versprach. Deal!

Lage

Wie sich während meines Aufenthalts herausstellt, wäre es der perfekte Ausgangsort für einen Besuch bei der Parade am norwegischen Nationalfeiertag gewesen, denn es liegt nur ca. ein paar Gehminuten vom “Slottplatten”, also dem königlischen Schloss entfernt. Aber auch obwohl es mich nicht zu den Feierlichkeiten gezogen hat, war die zentrale Lage des Hotels für mich ideal.

Zimmer

Wie war denn das Zimmer? Nun, es war ziemlich klein, aber sehr sauber und zweckmäßig ausgestattet, die Einrichtung neu und modern. Für mich definitiv ausreichend für ein paar Tage auf Städtereise. Mein Ausblick führte in den “Innenhof”, d.h. auf eine Wand. Aber da diese Wand einem Graffiti verziert war, hat mich das nicht gestört. Im Gegenteil, durch die Innenhoflage, war das Zimmer angenehm ruhig. W-Lan im Zimmer war inklusive, und war auch noch schnell und stabil.

Smart Hotel Oslo, Norwegen

Frühstück

Das Frühstück war im Zimmerpreis nicht enthalten, kann aber am Terminal für 95 NOK (= ca. 11,70€) dazu gebucht werden. In Anbetracht der Preise in Oslo ist das kein schlechter Deal. Ich habe das Frühstücksbuffet einmal ausprobiert und war zufrieden. Die Auswahl ist nicht üppig, aber ausreichend und abwechslungsreich. Es gibt sogar Soja-Produkte und ein Waffeleisen.

Fazit

Wer keine Unmengen an Platz braucht und nach einem Hotelzimmer mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis sucht, kann ich das „Smarthotel Oslo“* für einen Städtetrip nach Oslo auf jeden Fall empfehlen.

 

Mehr zu meiner Reise durch Norwegen findest du hier:

Eine Seefahrt, die ist lustig… Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo
to be continued….

Eine Seefahrt, die ist lustig… Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo

Hätte man mich vor ein paar Monaten gefragt, wie man am besten von München nach Norwegen kommt, hätte ich spontan geantwortet: Na, mit dem Flugzeug. Und ja, das ist sicher der schnellste Weg. (Nun ja, nicht immer, aber das ist eine andere Geschichte.) Aber wenn man etwas mehr Zeit im Gepäck hat und vielleicht sogar einen Roadtrip durch Norwegen plant, bietet sich auch eine Fährüberfahrt von Kopenhagen nach Oslo an. Ich habe es letztens ausprobiert und bin mit DFDS auf der “Crown Seaways” von Kopenhagen nach Oslo gefahren. Klar, nach Kopenhagen muss man dafür auch erst mal kommen, aber ich denke es gibt Schlimmeres als beim Reisen noch eine zusätzliche Stadt kennenzulernen, wenn auch in meinem Fall nur kurz. ;-)

Die Anreise ab dem Flughafen Kopenhagen ist einfach und unkompliziet. Ich bin mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof gefahren und von dort zu Fuß durch die Stadt bis zur Busstation Nyhavn gelaufen. Der Weg ist mit Trolley zwar etwas holprig, aber es ist ganz nett, ein wenig durch die Stadt zu laufen. Von Nyhavn fährt ein kostenloser DSDF-Shuttle direkt bis zum Fährterminal.

Der Check-in im Fährterminal ist kurz und schmerzlos. Mit Buchungsnummer und Personalausweis komme ich zu seiner Bordkarte und muss nur noch aufs Boarding warten. Die Schlange sieht recht beachtlich aus, immerhin passen ca. 2000 Passagiere an Bord. Trotzdem geht das Boarden zügig und ehe ich mich versehe, stehe ich schon im Bauch der “Crown”. Nun schnell nach dem richten Deck gesucht und dann ist die Kabine auch schnell gefunden.

Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo (1 von 13)

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Nur 48 Stunden in… Heidelberg

Bevor in der nächsten Zeit hier über dem Blog die norwegische Flagge weht, nehme ich euch mit auf einen Wochenendtrip in heimische Gefilde, genauer gesagt nach Heidelberg.

Dort habe ich etwas gemacht, was ich noch nie gemacht habe. Ich bin nämlich zusammen mit meinem Bruder gereist. Nur wir beide und es war herrlich. Mancher mag sich fragen, was daran so besonders gewesen sein soll, aber wenn man seit über 13 Jahren zwischen 200km und 700km von einander entfernt wohnt, sind solche Gelegenheiten abseits von Familienfeiern sehr spärlich gesät.

Deshalb freuten wir uns auf ein entspanntes Geschwister-Wochenende in Heidelberg. Gehört hatte ich von der Stadt schon einiges und fuhr erwartungsvoll mit der Bahn von München nach Heidelberg. Pläne hatten wir keine, deshalb ließen wir uns einfach treiben. Von unserem Hotel aus war es nur ein Katzensprung bis in die Altstadt und dort hielten wir uns quasi die ganze Zeit auf. Hier fanden wir alles, was wir brauchten. Schmale Gassen, wunderschöne alte Häuser, Kneipen, das Heidelberger Schloss mit einem herrlichen Park, die 1,6km lange Hauptstraße, in der man herrlich shoppen kann… Ursprünglich hatten wir geplant, uns ein paar Fahrräder auszuleihen, aber da alles dich beieinander lag, eroberten wir die Stadt per Pedes.

Aber genug der Worte. Ich nehme euch jetzt mit auf einen Spaziergang durch ein sonniges Frühlings-Wochenende in Heidelberg.

das Heidelberger Schloss

Der Karlsplatz mit dem Heidelberger Schloss. Die imposante Ruine ist das Wahrzeichen der Stadt.

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Sunday Travel Pic: Lunch with a view in Norwegen

Heute gibt’s mal wieder ein Reisefoto von mir und zwar ein ganz frisches. Ich bin gerade mit dem Auto in Norwegen unterwegs, genauer gesagt, ich fahre in drei Tagen von Oslo nach Bergen. Das Mittagessen gab’s heute bei Postkartenwetter in einer Postkartenlandschaft.

Fjord in Norwegen

Auf dem Teller übrigens die Empfehlung des Tages: Moose – nicht Mousse, wie ich ursprünglich verstanden hatte. Aber klar, ich bin ja in Skandinavien. Auf jeden Fall war’s sehr lecker, also: Elchtest bestanden!

Und hier gibt den Elch mit Ausblick:
Gulsvik Brygge
Hallingporten
3539 Flå

Unverhofft kommt oft. Ein perfektes Wochenende am Chiemsee.

Der Chef macht Druck wegen dem Monatsbericht. Das Email-Postfach quillt über. Alle zwei Minuten steht ein andere Kollege im Büro. Das Telefon klingelt sich munter durch den Tag. Die To-Do-Liste wird länger und länger. Nach Feierabend taumelst du nur erschöpft nach Hause und fällst dort sofort aufs Sofa. Wer kennt solche Phasen nicht.

Doch wenn du Glück hast, fragt dich genau in so einen Moment ein lieber Mensch, ob du nicht Lust auf ein Wellness-Wochenende hast. Genauso ist es mir Ende März passiert. Und hatte ich Lust darauf? Na, und ob! (Ihr auch? Dann springt schnell auf, ich nehme euch mit auf Insta-Tour durch das Wochenende.)

Ein paar Tage später fahren Janett und ich im Taxi durch die oberbayrische Nacht in Richtung Gut Ising am Chiemsee. Hans, sozusagen der Haus- und Hof-Taxifahrer des Hotels unterhält uns prächtig unterhalten. Er erzählt Taxi-Geschichten, wir von unseren Plänen fürs Wochenende. Ich will ein bisschen mit dem Rad um den See fahren, aber das scheint hier kein ungefährliches Unterfangen zu sein. Manche Radfahrer lassen sich offenbar so sehr von der traumhaften Kulisse ablenken, dass sie letztendlich mit kaputtem Fahrrad im Taxi oder auch mal mit einer gebrochenen Schulter im Krankenhaus landen. Oha.

Bevor ich den Gedanken, die Fahrradtour zu verwerfen, zu Ende denken konnte, fahren wir im Gut Ising ein. In unser Zimmer bin ich sofort verliebt. Wir naschen noch ein bisschen von der Brotzeitplatte und dann fallen wir nur noch ins Bett. Fast kann ich nicht schlafen, weil es so herrlich ruhig ist. Das sind meine Großstadt-Ohren nicht mehr gewöhnt, aber sie nutzen die Gelegenheit, um mich über Nacht in den Entspannungsmodus zu versetzen.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (1 von 13)

Entgegen der ursprünglichen Wettervorhersage von 10 Grad und Regen, erwarten uns am morgen schon 15 Grad, Sonnenschein und das erste Frühstück draußen. Mit Blick über das weitläufige Gelände und auf die Berge. Hach! <3 Manchmal ist es gar nicht so schlimm, wenn sich Petrus mal im Wetter täuscht.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (2 von 13)

Nach einem kurzen Spaziergang über das schöne, weitläufige Gelände, vorbei an den Pferdeställen und dem 9-Loch-Golfplatz schnappe ich mir mein Fahrrad aus dem Fahrradstadl und mache mich auf den Weg in Richtung Chiemsee. Hans meinte, dass man (gut trainiert) in 4 Stunden eine Runde um den See schafft. Es reizt mich, die knapp 60 Kilometer um den Chiemsee zu radeln, aber leider fehlt mir die Zeit. Stattdessen radle ich gemütlich ein paar Kilometer in Richtung Seebruck.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (3 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (4 von 13)

Weit komme ich allerdings nicht, denn kaum, dass ich den Chiemsee-Uferweg erreicht habe, muss ich eine Pause machen. Die Bank in der kleine Bucht, der Ausblick auf den See und die Berge sind einfach zu verlockend. Hätte ich ein Buch und ein kleines Picknick dabei gehabt, hätten mich für die nächsten Stunden keine zehn Pferde mehr dort weggebracht.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (5 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (6 von 13)

Aber ich habe ja “nur” einen Drahtesel und der will bewegt werden. Irgendwann kann ich mich loseisen und fahre weiter, aber fast nie mehr als ein paar hundert Meter am Stück. Der Ausblick ist einfach zu schön. Ich fange an zu verstehen, warum dieser Radweg ein gewisses Unfallpotential birgt. Meinen Plan, Seebruck an diesem Tag noch zu erreichen, verwerfe ich bald, denn ich höre eine Wiese am Chiemsee-Ufer nach mir rufen. Ich sinke ins Gras und lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen. Unglaublich, wie schön es hier ist. Ich bin jetzt schon tiefenentspannt, dabei habe ich die Hot-Stone-Massage ja noch vor mir. Also Zeit für den Heimweg und den Besuch im SPA. Ich bin gespannt, was mich erwartet.  Ich lasse mich auf die warme, weiche Liege sinken und Angelina, meine Therapeutin, lässt mich mit einer leichten Massage als Begrüßungsritual ankommen. Schon nach ein paar Minuten schwebe ich wie auf Wolken. Ich genieße wie die ziemlich heißen Lavasteine über meine Haut gleiten, sich dabei leicht abkühlen und die Stellen, auf denen sie liegen bleiben, wohlig durchwärmen. Erst am Bauch, später am Rücken, entlang der Wirbelsäule. Tiefenentspannung pur!

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (8 von 13)

Nach der Behandlung bin ich so entspannt, dass ich sogar den Weg zum Pool nicht mehr finde, um Janett dort abzuholen. Zum Glück finden wir uns trotzdem und schlendern zum Chiemsee, um den Sonnenuntergang dort nicht zu verpassen. Ja, die Kulisse ist kitschig. Aber manchmal ist kitschig eben genau richtig.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (9 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (10 von 13)

Nach diesem anstrengenden Tag haben wir uns eine Stärkung redlich verdient. Im Gasthaus “Zum Goldenen Pflug” macht Haubenkoch Rüdiger Linke mit einem herrlichen Rindersteak und einer knackig-sahnigen Crème Brûlée meine Geschmacksknopsen glücklich und zufrieden. Ein schöner Ausklang für einen ziemlich perfekten Tag.

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (12 von 13)

Am nächsten Morgen heißt es leider schon wieder Koffer packen. Aber bevor es wieder nach Hause geht, bleiben noch ein paar Stunden. Ein paar Stunden, um nach dem Frühstück am Pool zu liegen. Im Freien. Im Bikini. Im März. In Deutschland. Danke Petrus!

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (13 von 13)

Wellness-Wochenende auf Gut Ising (7 von 13)

…und danke an das Gut Ising für dieser tolle Wochenende. Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Entspannung in 2 Tage passt.

P.S. Ob Janett das Wochenende genauso toll fand, könnt ihr hier nachlesen: Ein Wochenende auf Gut Ising. 

P.P.S. Dies ist mein Beitrag zum #IGTravelThursday. Mehr Infos dazu findet ihr bei Morgenmuffelin Mela, Sonne & Wolke Jana und Travelita Anita.

Disclaimer: Zu dieser Reise wurde ich vom Gut Ising eingeladen. Vielen Dank dafür!

Per Instagram durch Deutschland reisen

Eigentlich bin ich schon auf dem Sprung und sitze schon halb im Auto. Aber bevor ich mich auf knapp 800km Weg quer durch die Republik mache, will ich hier wenigstens noch ein kleines Lebenszeichen hinterlassen.

Und da heute TravelThursday ist, nehme ich euch per Instagram auf eine kleinen Reise kreuz und quer durch Deutschland. Los geht’s:

Heidelberg

Ganz frisch vom letzten Wochenende: das Heidelberger Schloss.

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Koblenz und Rheinland-Pfalz

Letzten Herbst war ich auf der “Goethe” unterwegs auf dem Rhein.

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Chiemsee

Eine traumhafte Kulisse bei traumhaften Wetter gab es Ende März beim Wellness-Wochenende am Chiemsee. Hach, schee war’s.

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Weimar

Letztes Jahr hat es mich mal wieder nach Weimar verschlagen. Ich mag die Stadt richtig gern.

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Hamburg

…meine Perle. Und fast ein Stück Heimat. Seitdem ich nicht mehr dort wohne, muss ich wenigstens einmal im Jahr hin.

Merke: Kanu fahren auf der Alster ist großartig und der Ausblick aus der Elbphilharmonie könnte auch schlechter sein.

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Brandenburg

Brandenburg ist schön und super geeignet für lange Radtouren oder zum Surfen.

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Leipzig

Heimatstadt. Inzwischen fremd und doch vertraut. Auf jeden Fall die Stadt mit dem schönsten Bahnhof Deutschlands. Punkt.

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München

Ich höre mich noch vor vielen Jahren sagen und denken: Nach München würde ich niiiiemals ziehen. Nie! Tja, vor 5 Jahren hat mich das Schicksal (ok, der Job) doch hierhin verschlagen und ich habe das erste Mal richtige Heimatgefühle. Minga, i mog di!

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Mehr Instagrams gibt’s in meinem Feed, schaut doch mal vorbei: https://instagram.com/fernausloeserin

Die deutschsprachigen Host des TravelThursday sind übrigens:

Schaut doch einfach mal dort vorbei. Fernweh garantiert.

In diesem Sinne lasst es euch gut gehen und genießt die Ostertage. :)

 

Themenmonat April: Deutschland – Warum in die Ferne schweifen?

Tagwolke Deutschland

Kaum hat der März angefangen, stecken wir auch schon mitten im April und ziehen in den nächsten Themenmonat weiter. Nach Österreich und Spanien bleiben wir diesen Monat in der Heimat, denn hier kann’s ja auch richtig schön sein. Ich mag den Frühling in Deutschland und die vielen ersten Male des Jahres. Der erste Kaffee auf dem Balkon, das erste Mal ohne Jacke nach draußen, die erste Mittagspause in der Sonne, der erste Biergartenbesuch, frisches Grün auf den Wiesen und blühende Bäume. Ich mag diese Zeit, in der alles neu erwacht und sich entwickelt. In diesem Jahr ganz besonders.

Diesen Monat wir werden zusammen durch Hamburg schlendern, zur Weinprobe nach Rheinland-Pfalz fahren, uns am Chiemsee entspannen, Heidelberg erkunden und hoffentlich noch einiges mehr. Ich freu mich drauf. :)

Wo in Deutschland gefällt es euch am besten?

Spanien auf dem Teller mit easy peasy Tapas

Rezept Tapas easy peasy

Huch, hat der März nicht eben erst angefangen? Wo sind denn die letzten drei Wochen hin? Aber auch wenn es ruhig war, untätig war ich nicht. Die Reiseplanung für dieses Jahr läuft auf vollen Touren und schon am Wochenende geht’s los. Entspannung am Chiemsee bei bestem Frühlingswetter mit der Teilzeitreisenden Janett. Das wird fein. :)

Fast drei Monate ohne richtige Reisen. Einerseits ging es nicht anders, andererseits war es nur schwer auszuhalten. Das Einzige, was halbwegs gegen mein Fernweh hilft sind Reisefotos und (noch viel besser) Urlaubsessen. Letzteres habe ich letzte Woche probiert und mir ratz-fatz einen super-leckeren Tapas-Teller, mit Tortilla, Speck-Pflaumen, Chorizo und Oliven gezaubert. Dazu ein Gläschen Rotwein und Spanien tanzt auf deiner Zunge. Dass ich Tapas liebe, habe ich ja schon das eine oder andere Mal erwähnt. Meine Kombination ist zwar nicht ganz so ausgefallen, aber trotzdem zum Reinsetzen gut.

Man nehme (für 2 -3 Personen)

250g geschälte Kartoffeln, in ca. 1cm dicken Scheiben
2 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel, in dünne Streifen geschnitten
2 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
1 TL glatte Petersilie, gehackt
3 Eier
8 Backpflaumen
4-8 Streifen Bacon
Chorizo (spanische Salami)
Oliven nach Geschmack (ich liebe die mit Mandeln gefüllten)
Baguette

Rezept Tapas Chorizo und Oliven

Und so geht’s:

  • Die Kartoffelscheiben in einer Topf aufkochen, 5 Minuten kochen lassen, abgießen und beiseite stellen
  • Das Öl in einer tiefen (beschichteten) Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin ca. 5 Minuten glasig dünsten.
  • Dann die Kartoffeln und die Petersilie dazugeben, umrühren und nochmal 5  Minuten garen.
  • Die Kartoffelmasse in die Pfanne drücken.
  • Die Eier mit ca. je einem halben Teelöffel Salz und frisch gemahlenem Pfeffer verquirlen und gleichmäßig über den Kartoffeln verteilen.
  • Die Pfanne abdecken, die Hitze ein wenig reduzieren und ca. 20 Minuten garen (oder bis die Eier gestockt sind). Danach in Stücke schneiden.
  • Während die Tortilla in der Pfanne stockt, können die restlichen Tapas vorbereitet werden.
  • die Backpflaumen je nach Geschmack mit einer halben oder ganzen Scheibe Bacon umwickeln und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze von allen Seiten braten.
  • Die Chorizo in Scheiben schneiden, wer mag, auch ein bisschen anbraten. Ich mochte.
  • Alles zusammen mit den Oliven und ein paar Baguettescheiben anrichten.

Rezept Tapas Backpflaumen im Speckmantel

Rezept Tapas Tortilla

Hach, ich krieg schon wieder Hunger. Das Rezept für die Tortilla ist übrigens das allererste Rezept im (englischsprachigen) Kochbuch “World Kitchen SPAIN”*. Darin gibt’s noch so viele andere leckere Gerichte, die ich unbedingt noch ausprobieren muss. Vielleicht gibt’s ja dann bald ein “Tapas reloaded”. Hättet ihr Lust darauf?

P.S. Die Tortilla ist auch kalt total lecker.
P.P.S. So ein Tapas-Teller eignet sich auch hervorragend als “Tatort-Knabberei”. :)

*Amazon-Affiliate Link.

Roadtrip, Baby – 4 Tage in Katalonien, an der Costa Brava und auf den Spuren von Salvador Dalí

Roadtrip Katalonien Costa Brava (1 von 3)

Als wir letzten Sommer nach Barcelona kamen, stand ein Roadtrip schon fest im Programm. Der Mietwagen war gebucht und nach der ersten Nacht in Barcelona sollte es losgehen. In Richtung Valencia. Vielleicht sogar bis Madrid.

So der Plan. Bis zu unserem ersten Gespräch im Hostel über unsere Reisepläne. Im Brustton der Überzeugung berichteten wir von dem geplanten Roadtrip in Richtung Valencia, nur, um eine Sekunde später zu hören zu bekommen, dass sich das eigentlich nicht lohnen würde. Valencia sei wie Barcelona nur kleiner und die Strecke bis dorthin nicht besonders reizvoll. Wenn wir etwas anderes sehen wollen, sollten wir die Küste entlang nach Norden fahren. Cadaqués sei ein Traum.

Und da Pläne nun mal dazu da sind, über den Haufen geworfen zu werden, nahmen wir uns am Abend bei einer Portion Tapas die Straßenkarte vor und beschlossen bei unseren Trip an der Costa Brava auf jeden Fall auch einen Abstecher nach Figueres, ins Dalí-Museum zu machen. Nachdem ich im Februar in Paris schon eine Ausstellung von ihm gesehen habe, wollte ich unbedingt mehr sehen.

Tag 1 – Der schönste Strand nördlich von Barcelona

Mit dem Meer zu unserer Rechten verlassen wir am nächsten Vormittag die Stadt, um uns schon 30km später in Vilassar de Mar bei einem späten Frühstück mit Kaffee und Gebäck zu stärken.

Einen der schönsten Strände, ein Geheimtipp aus dem Hostel, entdecken wir in Sant Pol de Mar. Breit, ruhig und nicht überlaufen. Hier kann man es gut aushalten.

Aber uns zieht es bald weiter. Im Auto schmettern wir mit zu den (peinlichen) Hits unserer Jugend, wir picknicken am Strand von Blanes, ein paar Meter weiter übergibt sich ein kleines Mädchen im hohen Bogen. Idylle pur.

Unzählige Fotostopps am Rande der Küstenstraße später (ja, das Meer, die raue Küste, die Boote und das Meer, die raue Küste….) stranden wir in Sant Feliu de Guíxols, einer kleinen katalanischen Hafenstadt. Das (fensterlose Mini-)Zimmer ist schnell gefunden und der Abend in den Altstadtgassen mit seinen vielen kleinen Geschäften und Bars herrlich gemütlich. Life is good!

Roadtrip Katalonien Costa Brava (1 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (2 von 11)

Tag 2 – Rendezvous mit Salvador Dalí

Wir sind kurz davor, noch einen Tag länger zu bleiben, aber nach dem zweiten Café con Leche in der Morgensonne hören wir Herrn Salvador Dalí in Figueres nach uns rufen.

Die Strecke ist in einer guten Stunde geschafft und das Teatre-Museu Dalí in Figueres nicht zu übersehen. Genauso wenig wie die ewig lange Schlange. Uff, damit haben wir nicht gerechnet. Ich will gerade schon meine Hoffnungen begraben, als wir plötzlich mit Trick 17 fast an der Kasse stehen.

Im Museum großes Staunen, Stirnrunzeln und Begeisterung. Ein paar Monate zuvor war ich schon einer Dalí-Ausstellung in Paris und war schon damals ziemlich begeistert. Aber es war kein Vergleich zu dem, was wir hier zu sehen bekommen. Bleistiftzeichnungen, Gemälde, Installationen, Skulpturen und ein Gespür für den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn auf dem Salvador Dalí gewandelt sein muss. Fasziniert traten wir nach 3 Stunden zurück ins Sonnenlicht. Wow! Über den Mann will ich noch mehr erfahren und es wanderte sofort eine Biografie auf meine Leseliste.

Wie es der Zufall will, liegt der frühere Wohnort ebenfalls auf unserem Weg. Nur ein paar Kilometer von dem inzwischen schon mehrfach empfohlenen Cadaqués, unserem Ziel für die nächste Nacht, entfernt. Damit ist schon klar, womit wir den nächsten Tag beginnen würden. Die Ankunft in Cadaqués ist etwas holprig und die Suche nach einem Zimmer, Wochenende sei Dank, nicht ganz einfach, aber letztlich erfolgreich. Der Sundowner am Hafen dieser kleinen Stadt entschädigte für die “Strapazen”. Fast will man sagen, dass das es schön hier ist. Doch was stört, sind die Unmengen an Touristen. Aber gut, es ist August und Hauptferienzeit in Europa, deshalb drücke ich ein Auge zu und genieße den Ausblick auf den Hafen.

Roadtrip Katalonien Costa Brava (3 von 11)    Roadtrip Katalonien Costa Brava (4 von 11)
Tag 3 – Zu Besuch in Port Lligat

Der Weg von Cadaqués zum Haus von Salvador Dalí in Port Lligat ist nicht weit, deshalb lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg zu der kleinen Bucht. Wider Erwarten sind wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Wieder wäre es besser gewesen, vorher Eintrittskarten zu bestellen. Aber manchmal hat man eben mehr Glück als Verstand und wir bekommen trotzdem Eintrittskarten ins Wohnhaus. Das Anwesen ist sehr verwinkelt, was an der Tatsache liegt, dass es aus ehemaligen 7 Fischerhütten besteht, die die Dalís nach und nach gekauft haben. Wir sind fasziniert vom Ausblick von der Terrasse auf die Bucht, bestaunen das Atelier des Künstlers und schütteln den Kopf als wir den Spiegel in seinem Schlafzimmer sehen, der dafür sorgte sollte, dass Salvador Dalí der erste Spanier war, der die Morgensonne sehen konnte. Von seinem Bett aus. Überall auf dem Anwesen finden wir, wie auch auf dem Dach im Museum in Figueres, riesige Eier. Im Garten, auf einer weiteren Terrasse und am Pool möchte man fast behaupten, auf dem Anwesen eines Messis zu sein, so viele Dinge wurden hier zu “Objekten” verarbeitet. Einmal mehr macht sich große Faszination und Neugier auf diese exzentrische Persönlichkeit breit und lässt uns auch nicht los als wir schon längst wieder im Auto sitzen.

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Mit etwas Angstschweiß auf der Stirn holpern wir die schmale Straße zum Cap de Creus hinauf, dem östlichsten Punkt Spaniens. Am Strand von Roses lassen wir uns eine vorzügliche Paella schmecken und landen am Abend, entgegen unserer Pläne, nicht in Frankreich sondern in Llançà. Wir ergattern ein Hotel mit Balkon und Meerblick und plaudern uns dort bei Sangria und Tapas in den letzten Sonnenuntergang bevor es nach Barcelona zurückgeht.

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Tag 4 – Lovely Girona

Wehmütig steuern wir am nächsten Tag unser letztes Ziel der Reise an: Girona. Was für ein schönes, entspanntes Städtchen mit vielen kleinen Gassen zum Shoppen und Bummeln. Besonders in Erinnerung ist mir aber nicht die schöne Altstadt oder die Kathedrale Santa Maria. Nein, nie vergessen werden wir wohl den Milchkaffee den wir dort bestellt haben. Der will uns nämlich so gar nicht schmecken. Ist die Espressomaschine kaputt oder liegt’s an einer falschen Bohne im Kaffee? Nach ewigem Rätselraten und einem Blick auf das Kleingedruckte in der Karte kommen wir drauf: Es liegt tatsächlich an der falschen Bohne. Nämlich der Sojabohne in der “Milch”. Wir sind versehentlich in einem veganen Café gelandet und nun um die Erkenntnis reicher, dass Kaffee mit Sojamilch nicht unser Ding ist.

Einen richtigen Café con leche später sind wir mit der Stadt wieder versöhnt und machen uns auf den Weg zurück nach Barcelona. Denn nun wollen wir endlich die Stadt entdecken.

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Unsere Route in Kurzfassung:

Barcelona – Vilassar de Mar – Sant Pol de Mar – Blanes – Sant Feliu de Guíxols – Figueres – Cadaqués – Cap de Creus – Roses – Llançà – Girona – Barcelona

Fazit:

Die Planänderung hat sich mehr als gelohnt. Wir sind in den 4 Tagen zwar nur ca. 500km gefahren, aber haben eine Menge gesehen. Und wer Salvador Dalí mag, für den ist diese Strecke fast ein Muss.

…Valencia werde ich mir trotzdem irgendwann noch ansehen. ;)

Was waren eure Roadtrip-Highlights in Spanien?